Inion - i

Derjenige Punkt in der Mediansagittalebene, in dem sich die beiden Lineae nuchae superiores vereinigen. Er ist auf die Mitte des Tuberculum linearum bzw. auf eine anstelle desselben auftretenden Rauhigkeit bzw. auf die Vereinigung der Protuberantia occipitalis externa mit dem Tuberculum linearum zu legen.

Für den Fall, daß die Lineae nuchae superiores so schwach entwickelt sind, daß sie die Mediansagittalebene nicht erreichen, muß man die Linien ihrem Verlauf entsprechend mit Bleistift verlängern und an ihrem Zusammentreffen das Inion ansetzen. Die Lineae nuchae supremae und die von diesen gebildete Protuberantia occipitalis externa kommen nur im Falle einer Verschmelzung mit dem Tuberculum linearum für die Bestimmung des Inion in Betracht. Ist die Fläche zwischen den Lineae nuchae superiores und supremae zu einem mehr oder weniger starken Querwulst (Torus occipitalis transversus) entwickelt, dann liegt das Inion entsprechend der obigen Definition stets am Unterrand dieser Erhebung, d. h. im Niveau der Lineae nuchae superiores. Niemals darf der Punkt an das untere Ende einer mehr oder weniger zapfenartig ausgezogenen Protuberantia occipitalis externa gelegt werden. Eine andere Definition des Inion (BROCA 1875, AUGIER 1931), wonach es auf der Protuberantia occipitalis externa liegt, geht von der falschen Vorstellung aus, daß die Protuberantia occipitalis externa an der Vereinigung der Lineae nuchae superiores liegt (HUBLIN 1975). Diese Definition findet heute kaum noch Anwendung.

Ansicht:
Norma lateralis
Norma occipitalis
Norma basilaris
Norma sagittalis


Text zitiert aus: KNUSSMANN, R. (Hrsg.):
Wesen und Methoden der Anthropologie. Fischer, Stuttgart (1988)
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